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Aktuelles

Spenden für Elivis

08.02.2020
Die Spendenbereitschaft war riesig.
Die Spendenbereitschaft war riesig.

von Jochen Höneß - Mit freundlicher Genehmigung der Gaildorfer Rundschau

Gaildorf/Hall. Ja, es geht ihm gut, sagt Elivis bei einem Besuch in seiner Pflegefamilie. Er liegt auf der Couch, ist an eine Sonde angeschlossen, die ihn mit Nährstoffen versorgt. Zwischenzeitlich ist der tansanische Schüler volljährig geworden. Doch das Leben
hält für ihn schon in jungen Jahren harte Prüfungen bereit: Im Rahmen eines Schüleraustauschs kam er zusammen mit seinen tansanischen Mitschülern vor einigen Monaten ans Gaildorfer Gymnasium. Bei einer vermeintlichen Routineuntersuchung wegen Schmerzen im Bein bekam er dann die niederschmetternde Diagnose: Knochenkrebs (wir berichteten).
In seiner Heimat hätte er wohl nicht mehr lange zu leben gehabt. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, und die medizinische Versorgung kann mit der in Deutschland ohnehin nicht mithalten. Also lief eine große Hilfsaktion an, an der sich Schüler und Eltern aus Gaildorf und Fichtenberg, Schulleitung, Bürgerstiftung, Rathaus, Landratsamt und viele mehr beteiligten – mit dem Ergebnis, dass Elivis in einer Bibersfelder Gastfamilie aufgenommen werden konnte. Er musste also seiner alten Familie Lebewohl sagen und sich auf eine Zukunft in einem ihm fremden Land einstellen.

Die Untersuchungen, die Operation und all die Therapien sind langwierig. Elivis erträgt alles mit großer Kraft und Gelassenheit. Sowohl in der Heidelberger Uniklinik als auch im Diak kümmern sich Ärzte um den schwer erkrankten Jungen. Zurzeit durchläuft er eine Chemotherapie, die zum Ziel hat, den Tumor im Bein so zu verkleinern, dass bei der dann folgenden Operation ein künstliches Kniegelenk eingesetzt werden kann. Gelingt das nicht, droht eine Amputation des Beins. Die entsprechenden Ergebnisse, anhand derer diese schwere Entscheidung getroffen wird, sollen Ende November vorliegen. Auch die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung hat alle Beteiligten überwältigt. „Wir haben verschiedene Sachspenden und insgesamt rund 16 000 Euro Geldspenden für Elivis erhalten“, freut sich Angela Rücker, Schulleiterin am Schenk-von-Limpurg-Gymnasium. Dabei handelt es sich sowohl um Barspenden als auch um Beträge auf dem Spendenkonto der Stadt und auf dem Konto des Vereins „Help! – Wir helfen!“.
Davon wurden in der Zwischenzeit Kosten in Höhe von rund 2500 Euro beglichen, die durch die Klinikaufenthalte und durch ärztliche Untersuchungen in Schwäbisch Hall und Heidelberg entstanden sind, als Elivis noch keine geregelte Krankenversicherung hatte. Hinzu kommen Kosten für eine Grundausstattung zum Lebensbedarf, Zuzahlungen zum Krankenhausaufenthalt, für Medikamente und Übernachtungen für eine Begleitperson im Krankenhaus. „Wir übernehmen nur Kosten, die nicht über die reguläre Krankenversicherung oder die Sozialhilfe abgedeckt werden, aber im Sinne der Gesunderhaltung – auch der psychischen – und weiteren Entwicklung notwendig
und sinnvoll sind“, betont Angela Rücker. Wofür genau die Gelder eingesetzt werden, entscheiden die Spitzen der Schule und des  Elternbeirats gemeinsam. Und die Vergabe der Spendengelder auf dem Vereinskonto erfolgt entsprechend der Satzung in Absprache zwischen Angela Rücker und Heinz Zeisberger, dem Vorsitzenden des Vereins „Help! – Wir helfen!“ Auch Elivis ist dankbar für die
große Unterstützung, die er in dieser schwierigen Zeit erfährt – und hält weiter an seinem Ziel fest, in Deutschland Lehrer zu werden.