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Anmeldeschluss ist der 24.11.17 (Sekretariat Gymnasium) (Chinesisch-AG: Freitag nachmittag)

 

 

Johannes Wiedmann bedankt sich für die Aufmerksamkeit

Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb

 

 von Kerstin Schulze

 

Am Donnerstag, den 26. Oktober 2017, besuchte der Historiker und Archäologe des Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren im Rahmen von "Das SvLG im Gespräch" Gaildorf und berichtete über die Eiszeitkunst in den Höhlen um Blaubeuren. Anlass war der Umstand, dass sechs der Höhlen, in denen man die eiszeitlichen Funde entdeckt hatte, und die Funde selbst im Frühjahr 2017 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurden.

Herr Wiedmann begann seinen Vortrag mit der Geschichte der Ausgrabungen in den Höhlen der Täler von Lone, Blau und Ach und nannte neben Namen bedeutender Archäologen wie Gustav Riek natürlich die Funde und auch Unterschiede zu den heutigen Grabungsmethoden. So konnten in den letzten Jahren im Grabungs-Abraum früherer Grabungen beim Durchschlemmen noch etwa 1000 Fundstücke gesichert werden. Nichtsdestotrotz sind die frühen Grabungen, die oft vom örtlichen Pfarrer, Lehrer oder Apotheker vorgenommen wurden, wertvoll, weil sie das Augenmerk auf die eiszeitliche Besiedlung der Täler gelenkt haben. ...


 
 

 

Nachdem die Zuhörer die zeitliche Abfolge der Grabungen im Lone- und im Achtal kennengelernt hatten, ordnete Herr Wiedmann die Funde in den zeitlichen Rahmen der Erdgeschichte ein: Die Werkzeuge, Musikinstrumente und Kunstgegenstände stammen aus der Würmeiszeit (110000 - 11000 Jahre v. Ch.), als in Mitteleuropa ein trockenes Klima und somit eine Steppenlandschaft herrschte. Eine Karte mit der damaligen Verteilung der Land- und Meeresflächen sorgte für Erstauenen, denn beispielsweise die heutige Nordsee war zu dieser Zeit trockenes Land. So hatten die ca. 2000 Bewohner Mitteleuropas wohl eine sehr gute Versorgungssituation, jedenfalls konnten an den Knochen keinerlei "Hungerrillen" gefunden werden. (Der "heutige Mensch" begegnete auch dem Neanderthalern auf ihren Wanderungen und muss sich mit ihm vermischt haben müssen, so dass in jedem von uns noch 4 % Neanderthaler-Erbgut stecken.)

Herr Wiedmann unterlegte seine Ausführungen mit zahlreichen Bildern und als er schließlich zu den Funden kam, konnten die Zuhörer sogar Repliken der Funde in die Hand nehmen und bewundern sowie dem Klang einer Vogelknochenflöte aus der Steinzeit lauschen und sich an den hohen, reinen und klaren Tönen erfreuen. Es wurden Flöten aus Gänsegeier- und Schwanenknochen aber auch aus Mammutelfenbein hergestellt. Der Schmuck und die figürlichen Tierdarstellungen erstaunten durch ihre äußerst präzise Verarbeitung und die trotz ihrer Winzigkeit vorhandenen individuellen Verzierungen ... und ihr Alter: ca. 40000 Jahre. Der bekannte "Löwenmensch" ist eine aufrecht stehende Figur mit Löwenkopf, über deren Zweck schon in unterschiedlichsten Theorien spekuliert wurde.

Am Ende des kurzweiligen und äußerst informativen Vortrages gab es viele Fragen und es hat sich sicherlich mancher Anwesende vorgenommen, demnächst selbst einmal ins URMU nach Blaubeuren und in die Täler zu fahren, um die Höhlen und ihre Schätze vor Ort in Augenschein zu nehmen. (Die meisten Höhlen sind frei zugänglich.)

Die nächste Veranstaltung im Rahmen von "Das SvLG im Gespräch" findet am 29.01.18 statt: Herr Ulrich Braxmaier spricht zum Thema "Bienen und ihre Bedeutung für Natur und Gesundheit". Jedermann ist herzlich eingeladen.

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