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Anmeldeschluss ist der 24.11.17 (Sekretariat Gymnasium) (Chinesisch-AG: Freitag nachmittag)

Nach dem Einkaufen wird das Gemüse für das Festessen gewaschen. Im Hintergrund halb verdeckt die ahnungslose Fleischbeilage.

Austausch mit Tansania Teil 2: Bis der Ranzen spannt

 

 von Rebecca Gschwendtner. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Gaildorfer Rundschau

 

Zweiter Bericht vom Schüleraustausch mit der King’ori Secondary School: Gaildorfer Schüler erleben den
Alltag in Tansania und lernen, wie man dort ein Festmahl zubereitet.

 

Haben Sie heute schon zu Mittag gegessen? Sicher haben Sie sich viel Mühe gegeben und frisches Gemüse für Ihr  Mittagessen verwendet? Trotzdem werden Sie in einer knappen Stunde – wir rechnen jetzt mal großzügig – mit dem Vorbereiten und Kochen fertig gewesen sein. Eine Zeitdauer fürs Kochen, von der die einfachen Menschen in Tansania nur träumen können. Wir durften auch einen typisch afrikanischen Tag erleben, mit all der Hausarbeit, die an solch einem Tag anfällt. Dabei konnten wir feststellen, dass das Zubereiten eines festlichen Essens mehr als den halben Tag in Anspruch nimmt. Begonnen wird mit einem Besuch auf dem Markt, doch wer nun denkt, dies wäre in ein paar Minuten erledigt, täuscht sich. Feilschen, Verhandeln und ausführlicher Klatsch und Tratsch müssen bei der  Zeitplanung bedacht werden. ...

  ...

 

 

 

Segnung des „Babu“ Höll


Auf dem Weg zur Schule durften wir übrigens einmal zusehen, wie ein herzlicher Greis unseren Lehrer Thomas Höll als „Babu“ (das bedeutet: weiser, alter Mann oder auch Opa) erkannte und ihn auf Suaheli segnete, indem er ihm zeremoniell zuerst dreimal den Handrücken küsste und dann dreimal auf die Handfläche spuckte. Klar, dass sich Herr Höll freundlich revanchierte und seinerseits in die Hand des Mannes spuckte. Wieder zuhause fingen wir an, Kochbananen zu schälen, Bohnen und Tomaten zu waschen und die Jungs waren dafür verantwortlich, Holz zu hacken. Damit wurden dann im Hinterhof des Hauses drei kleine Feuer inmitten von Feuersteinen entfacht und Wasser in großen Töpfen erhitzt. Allerdings brauchen Sie nun nicht mit vegetarischem Essen zu rechnen und wir haben auch nicht vergessen, den Besuch beim Metzger zu erwähnen … Nein, wir hatten die Ehre, drei Hühner zuzubereiten,
die frei neben uns im Hof herumliefen, bis sie eingefangen und draußen geschlachtet wurden. Marius half tatkräftig mit. Während die toten Hühner in heißes Wasser gelegt wurden, damit das Rupfen leichter geht, fingen die Mädels an, Bananen in einem Topf auf der Feuerstelle zu frittieren. Langsam verbreitete sich ein appetitlicher Geruch. Abfall
fällt übrigens kaum an, alles wird verwertet; Hühnerbeine und Hahnenkamm werden genauso frittiert wie die Innereien. Nur die Augen werden entfernt, damit der „Geist“ des Huhnes nicht erkennen kann, wer es gerade brät. Auch die Katze bekommt ihren Teil vom Festmahl ab.

Ein buntes Festmahl

Das Essen geschieht in Gemeinschaft. Uns Gästen werden als Erstes ausgewählte Stücke auf den Teller gelegt; bunt sieht das Mahl aus: Hühnerfleischstücke, gegrillt; Kochbananen, Gemüse, Reis, Obst. Gegessen wird landestypisch
mit der rechten Hand. Dabei ist Gelegenheit zu einem freundschaftlichen Plausch. Gegessen wird, bis der „Ranzen spannt“ – eine Sentenz, die Haruni aus seiner Zeit in Gaildorf mit nach King’ori brachte. Wie man sich gut vorstellen
kann, werden Kleidung und die traditionelle „Kanga“ (Schürze der Frauen) schnell schmutzig und müssen gewaschen werden. Unsere tansanischen Freunde haben uns ausführlich gezeigt, wie man, nachdem man Wasser über dem Holzfeuer erhitzt hat, in einer großen Schüssel von Hand wäscht, die Kleider hinterher ausspült und dann an der Wäscheleine zum Trocknen aufhängt. Verständlicherweise sind wir alle froh, zuhause eine Waschmaschine zu haben.
Hier ist übrigens auch das Waschen Frauensache, während die Männer kehren und für die Tiere zuständig sind. Das lernt man auch von klein auf; uns begegneten oft zirka achtjährige Jungs, die eine kleine Herde Ziegen oder ein paar Esel beaufsichtigten. Trotzdem ist es, egal in welchem der 128 verschiedenen Stämme Tansanias, etwas sehr Positives, wenn eine Familie ein Mädchen bekommt. Schließlich werden diese ab einem Alter von 18 Jahren mit 20 bis 40 Kühen hoch gehandelt. Uns wurde allerdings gesagt, dass Madeleine oder Rebecca als schlanke Weiße glatt 60 Kühe
oder mehr wert wären, was Herrn Höll zum Nachdenken brachte …

 

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