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Der große Chor des SvLG

Schulkonzert auf hohem Niveau

 

 von Rainer Kollmer/ Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Gaildorfer Rundschau

 

 Das Massenaufgebot von etwa 80 Sängerinnen und Sängern im Rahmen der jährlich wiederkehrenden Konzertaufführungen sorgte in der Limpurghalle für ein „ausverkauftes“ Haus bei freiem Eintritt. Für die Choraufstellung war die dreistufige Rampe auf der Ostseite der Halle aufgestellt worden, so dass Peter Jakob Schobers Sgraffito mit dem „Minnesänger Schenk von Limpurg“ zu einem beziehungsreichen Bühnenbild mutierte. Ein geschickter Schachzug, der außerdem das akustische Dilemma der Halle in erträglichere Bahnen lenkte und die Zuhörer angenehm nahe an die Bühne führte...

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Der große Chor war wegen der breiten Aufstellung und durch die dünne akustische Resonanz des Raumes schwer zu führen. Die Männerstimmen machten nur ein Drittel der Besetzung aus, waren stimmlich jedoch recht kräftig und sorgten für überraschend gute Ausgewogenheit im Gesamtklang. Vincent Eissing-Boyny und Axel Spix hatten bei den Kapfenburg-Proben zusammen mit Thomas Hartmann, der bei vielen Stücken die Klavierbegleitung übernommen hatte, ganze Arbeit geleistet.

Das Konzertprogramm zollte mit der anspruchsvollen fünfstimmigen Fuge „Psalite Deo nostro“ von Johann Sebastian Bach auch den barocken Altvorderen berechtigten Tribut, hatte seinen Schwerpunkt jedoch bei den eingängigen Komponisten der Gegenwart. Ein Schulchor lässt sich mit Bach nur zögerlich hinter dem warmen Pop-Ofen hervorlocken. Es war deshalb sinnvoll, Bachs Fuge als erste Programmnummer gegen John Rutters „Look at the world“ zu tauschen und das alte Barockstück damit ein wenig in den Hintergrund zu rücken. Bachs Chorkompositionen wirken bei Schulchören oftmals etwas unnahbar.

Die Aufwärmphase mit Rutters vierstimmigem Satz war deshalb ein musikpädagogischer Kunstgriff erster Güte. Der große Chor fand sich in der postmodernen Komposition gut zurecht und erfüllte die harmonischen Herausforderungen mit großer Disziplin. Gelegentlich unsichere Stimmeinsätze waren der Tatsache geschuldet, dass die breite Choraufstellung chorisches Hören eindeutig erschwerte. Für die Dirigenten eine anspruchsvolle Herausforderung, mussten doch unentwegt präzise Stimmeinsätze gegeben werden. Hilfreich zeigte sich die unterstützende Klavierbegleitung. Das mit Bravour absolvierte Chorstück konnten die begeisterten Zuhörer am Ende sogar nochmals als Zugabe erleben.

Als guter Kontrapunkt im Programmablauf stellte sich das vierstimmige Ensemble der elf Sängerinnen und Sänger der Theatergruppe heraus. Die sechs Songs der Beatles, alle von Eissing-Boyny arrangiert, hatten überhaupt nichts Beatmäßiges mehr an sich, sondern überraschten mit einer filigranen und sehr leicht wirkenden, schwungvoll-melancholischen Ausführung. Wenn das Schober-Bühnenbild nicht gewesen wäre, hätte auch ein Kirchenfenster von Marc Chagall als Illustration der Interpretation gepasst. Juliane Weller und Magnus Wörz überzeugten dabei im Ensemble durch glasklare und unaffektierte Soli („Yesterday“, „Let it be“).

Der Wechsel zum ausgiebigen Gospelsingen drängte sich schließlich auf. Die drei englischsprachigen Stücke des Norwegers Tore Aas („Bless the Lord“, „In your arms“, „Born again“) gaben dem Publikum Anlass zum gelegentlichen Mitklatschen im stilgerechten Off-Beat. Jakob Stähle (Percussion) und Kathrin Hagel (Gitarre) brachten zusammen mit Thomas Hartmann zusätzliche Klangfarben in die schwungvollen Gesangsvorträge.

Den Abschluss bildeten vier gut ausgeführte Stücke aus „Sister Act“, wobei der zu erwartende, typische Gospel-Groove etwas betulich ausgeführt war. Aber ein Gaildorfer Schulchor ist eben kein selbstgefälliges Gospel-Ensemble von Erwachsenen mit langjähriger Auftrittserfahrung und selbstbewusst gestähltem Rückgrat. Diese wichtigen Empathiepunkte können die Gaildorfer Schüler deshalb uneingeschränkt für sich verbuchen.

Zwei Extra-Schmankerl müssen unbedingt erwähnt werden. Sissi Kreuzer war zwischendurch mit „A touch of Tuba“ von Art Dedrick zu hören, einem Bass-Tuba-Solo mit Klavierbegleitung, das die Dialogmöglichkeiten dieser beiden komplementären Instrumente reizvoll auskostete.

Gleich zu Anfang hatte das Publikum einen eigenen Auftritt abzuleisten. Der rhythmisch etwas vertrackte, dreistimmige Kanon „Spring“ des Schweden Thord Gummesson wurde unter Leitung von Vincent Eissing-Boyny einstudiert und anschließend zusammen mit dem großen Chor gesungen. Eine gute Idee, die bei zukünftigen Auftritten eingehender berücksichtigt werden sollte.

Für Axel Spix, der die Aufgabe der Chorleitung vor etlichen Jahren von Rosamunde Lutz übernommen hatte, war dieses Konzert der letzte gemeinsame Auftritt mit dem Chor, der nach beendetem Abitur vorübergehend um mehr als 40 Sängerinnen und Sänger reduziert sein wird. Schulleiterin Angela Rücker dankte dem langjährigen Chorleiter, der demnächst in den Ruhestand geht, für das große Engagement und die geleistete Arbeit. Kollege Vincent Eissing-Boyny intonierte als Dreingabe zusammen mit etlichen Schülerinnen „Sag‘ beim Abschied leise servus“ von Peter Kreuder und setzte damit einen stimmungsvollen Schlussakkord an das Ende des eindrucksvollen Konzerts.

 

 

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